Wie kann man den Vattertag besser nutzen, als seine Korrespondenz mit Papa Staat zu erledigen. Nach der Enttäuschung der letzten Woche habe ich gestern mit Hilfe der mittlerweile patentierten Volker-Methode(TM) meine Steuererklärung fertiggestellt. Geschlagene fünf Stunden pures Vergnügen.
Ich habe alle Unterlagen auf dem Bollerwagen mit flüssiger Nahrung verstaut, und dann ab in die Kirchhellener Heide. Während die Kollegen fröhlich deutsches Liedgut intonierten, sortierte ich Belege, tippte Tabellen in mein Laptop und verfasste erläuternde Schriftstücke.
Ich hoffe, dass meine Ekstase auf den prüfenden Beamten (m/w) abfärbt, so dass ich einen ebenso wohlgelaunten Steuerbescheid zurückerhalte. Ein paar Smilies tun jedem Bankkonto gut.
Heißen Dank nochmal an Volker für jahrelange Tüftelei und ein tolles Wochenende Michael
Böse Stimmen bezeichnen ihn als Mischung aus Mario Barth und Mr. Bean. Mit Recht. Homepage:www.rockdasdorf.de
Freitag, Mai 06, 2005
Donnerstag, Mai 05, 2005
Es steppt der Baer
Wo? Angeblich in der Gladbecker Rex-Klause laut unbestätigten Gerüchten. Wer diesen Ort nicht kennt, nichts verpasst. Auf etwa zehn Quadratmetern versammeln sich regelmäßig die Gladbecker Hardcore-Alkoholiker. Die Einrichtung hat sich mitsamt dem angegilbten Publikum seit den Siebzigern nicht verändert. Ich habe diesen Vergnügunstempel einmal zum Dartspielen aufgesucht. Damit die erforderliche Entfernung zum Automaten eingehalten werden konnte, mussten einige Tische verrückt werden, die aus Platzmangel direkt vor dem Automaten platziert waren. Trotz psychologischer Kriegsführung von Betreiberseite mit nevernzerfetzender Schlagermusik gewann ich souverän. Es ist schon von Vorteil, sich mental gegenüber der Umwelt abschirmen zu können.
Nun war ich auf die Anfrage einer Bekannten, ob man dem dortigen Tanzvergnügen beiwohnen solle, baff erstaunt. Weiß sie doch sonst genau, dass Kegeln, Joggen, Colatrinken, Slayerhören, Fußballschauen und viele andere Dinge spießig sind. Aber chomatöser Diskofox mit lebenden Leichen natürlich nicht. Das war selbst für den Kollegen Aioli, ansonsten ein Fanatiker des schlechten Geschmackes, zuviel. Schnippisch schrieb er zurück "Kayumäkii räutilayki", was soviel heißt wie "So fertig bin selbst ich noch nicht." Erinnerte mich an eine hitzige Diskussion mit unseren Frauen beim Kegeln, welche die männliche Dominanz im Sport durch Abspielen DNS zerstörender WDR4 Mucke brechen wollten. "Sie fänden die Musik ja auch furchtbar und würden sich nur darüber lustig machen." Aha.
Ich werde den heutigen Feiertag im Schrebergarten in Gesellschaft meiner Gartenzwerge verbringen, bayrische Volksweisen auf dem Akkordeon dudeln, um der Welt zu demonstrieren, wie ich verabscheuenswert ich all dieses finde. Darauf einige Flaschen eines coolen Szenegetränks gekippt, und schon fällt mir meine eigene Widersprüchlichkeit nicht mehr auf.
Buenoz diaz ninjos
Nun war ich auf die Anfrage einer Bekannten, ob man dem dortigen Tanzvergnügen beiwohnen solle, baff erstaunt. Weiß sie doch sonst genau, dass Kegeln, Joggen, Colatrinken, Slayerhören, Fußballschauen und viele andere Dinge spießig sind. Aber chomatöser Diskofox mit lebenden Leichen natürlich nicht. Das war selbst für den Kollegen Aioli, ansonsten ein Fanatiker des schlechten Geschmackes, zuviel. Schnippisch schrieb er zurück "Kayumäkii räutilayki", was soviel heißt wie "So fertig bin selbst ich noch nicht." Erinnerte mich an eine hitzige Diskussion mit unseren Frauen beim Kegeln, welche die männliche Dominanz im Sport durch Abspielen DNS zerstörender WDR4 Mucke brechen wollten. "Sie fänden die Musik ja auch furchtbar und würden sich nur darüber lustig machen." Aha.
Ich werde den heutigen Feiertag im Schrebergarten in Gesellschaft meiner Gartenzwerge verbringen, bayrische Volksweisen auf dem Akkordeon dudeln, um der Welt zu demonstrieren, wie ich verabscheuenswert ich all dieses finde. Darauf einige Flaschen eines coolen Szenegetränks gekippt, und schon fällt mir meine eigene Widersprüchlichkeit nicht mehr auf.
Buenoz diaz ninjos
Mittwoch, Mai 04, 2005
10 Uhr morgens in Deutschland
Für die kleine Pause zwischendurch. Einfach für ne Minute auf das Bild schauen und neue Energie tanken. Vielleicht merken manche was...
Dienstag, Mai 03, 2005
Geschlossene Gesellschaft
Ich wollte gerade ein paar Kröten in die Spielothek neben an bringen. Hatte irgendwie das Gefühl, das heute mein Glückstag ist. Geht aber gár nicht so einfach.
Ich entdeckte ein Schild an der Tür "Zum Schutz unserer Kunden bleibt diese Tür geschlossen. Bitte klingeln."
Habe ich ja noch nie an einer Zockerbude gesehen. Ich habe mich dann nur gefragt, vor wem die Kunden geschützt werden sollen. Da ich noch nie gesehen habe, dass jemand den Glüxtreff betreten hat, nehme ich an, dass die Kunden lieber im Dunkelen operieren. Der versprochene Schutz dürfte sich demnach auf eventuelle Kontrollen der Exekutive beziehen.
Ich hatte dann doch keine Lust, den Vormittag in einem sozialen Brennpunkt zu verbringen, und ziehe zumindest heute das virtuelle Casino im Internet vor.
Hasta la vista Babies
Ich entdeckte ein Schild an der Tür "Zum Schutz unserer Kunden bleibt diese Tür geschlossen. Bitte klingeln."
Habe ich ja noch nie an einer Zockerbude gesehen. Ich habe mich dann nur gefragt, vor wem die Kunden geschützt werden sollen. Da ich noch nie gesehen habe, dass jemand den Glüxtreff betreten hat, nehme ich an, dass die Kunden lieber im Dunkelen operieren. Der versprochene Schutz dürfte sich demnach auf eventuelle Kontrollen der Exekutive beziehen.
Ich hatte dann doch keine Lust, den Vormittag in einem sozialen Brennpunkt zu verbringen, und ziehe zumindest heute das virtuelle Casino im Internet vor.
Hasta la vista Babies
Montag, Mai 02, 2005
Verkannte Kunst
Kennt jemand auch so Leute, bei denen alles im Leben negativ ist? Natürlich nicht nur in ihrem Leben, sondern auch in dem ihrer Familie, Freunde, Umwelt und dem Universum überhaupt.
Mein Kumpel Frank ist so ein Mensch. Er arbeitet für kleines Geld in einem Reisebüro. Seine berufliche Situation kotzt ihn an. Aber statt etwas zu ändern, flüchtet er sich in sarkastische Bemerkungen über den Chef, die Kollegen und die Kunden. Die erste mag ja noch ganz witzig sein, dann allerdings tötet es zumindest mir den letzten Nerv. Er nennt seine Einstellung kritisch, mir kommt sie nur pubertär vor. Sehen aber auch andere so, seine Freundeskreis scheint sich in der letzten Zeit enorm zu verkleinern, was aber natürlich auch nur an den anderen liegt, die seinen brillanten Geist nicht zu schätzen wissen.
Aber er hat auch positive Eigenschaften: Der Kerl kann echt gut malen, soweit ich das mit meinem rudimentär entwickelten Kunstverstand sagen kann. Und Samstag fand sogar eine Vernisage in den Hinterräumen eines Düsseldorfers Lokals statt. Fünfzehn seiner großflächigen Collagen wirkungsvoll auf drei Räume verteilt. Prosecco, Lachsschnittchen, im Hintergrund dezente Klavierklänge. Wie man sich einen solchen Event vorstellt.
Und dann wollte tatsächlich ein Besucher ein Bild kaufen. Da in Frankies Portemonnaie chronisch Ebbe herrscht, sollte man meinen, es würde ihn freuen. Hat ihm auch ein bißchen geschmeichelt. Konnte ich an einem leichten Hochziehen der Augenbrauen erkennen. Das Gespräch mit dem "Kunden" verlief dann so:
K: Wirklich interessant, ihre Bilder. Was soll denn dieses Werk kosten, würde gut in mein Wohnzimmer passen und gefällt mir wirklich außerordentlich gut.
F: Mhm, schön, dass sie es mögen. Ich bin mit der Ausstellung nicht besonders zufrieden.
K: Warum nicht?
F: Die Musik passt nicht zu meinen Bildern. Außerdem hängen hier nicht meine besten Bilder. Dieses hier wollte ich gar nicht ausstellen; aber der Veranstalter hat mich überredet. Ich war vollkommen uninspiriert und das spiegelt das Bild auch wieder. Meine Freundin hatte sich gerade von mir getrennt und ich war vollkommen fertig. Obwohl sie vollkommen verrückt war, aber haben nicht alle Frauen einen Schaden?
K: Äh, keine Ahnung. Aber jetzt, wo sie es sagen. Nun gut, ich schau mich noch mal um. Vielleicht finde ich ein besseres Bild.
Natürlich fand er keins. Auch die anderen Besucher nicht. Wer hätte es gedacht. Frank quengelte später rum, dass die Vernisage ein kompletter Flop gewesen sei und dass die Menschheit für seine Kunst einfach noch nicht bereit sei. Genies würden eh erst nach ihrem Tod erkannt und überhaupt... Den Rest der üblichen Plattitüdensammlung spare ich mir.
Ich ließ den ganzen unsinnigen Sermon unkommentiert. Ich dachte mir nur, dass Robert Anton Wilson mit seinem Satz "Was der Denker denkt, wird der Beweisführer beweisen", vollkommen Recht hat. Als Frank seinen Frust (wie immer) in billigem Vodka ertränken wollte, verabschiedete ich mich. Besoffen ist er noch "kritischer" und das konnte ich mir am Samstag einfach nicht mehr geben.
Da ich weiß, dass meine Leser produktivere Denkweisen pflegen, wünsche ich unbesorgt einen tollen Wochenanfang Michael
Mein Kumpel Frank ist so ein Mensch. Er arbeitet für kleines Geld in einem Reisebüro. Seine berufliche Situation kotzt ihn an. Aber statt etwas zu ändern, flüchtet er sich in sarkastische Bemerkungen über den Chef, die Kollegen und die Kunden. Die erste mag ja noch ganz witzig sein, dann allerdings tötet es zumindest mir den letzten Nerv. Er nennt seine Einstellung kritisch, mir kommt sie nur pubertär vor. Sehen aber auch andere so, seine Freundeskreis scheint sich in der letzten Zeit enorm zu verkleinern, was aber natürlich auch nur an den anderen liegt, die seinen brillanten Geist nicht zu schätzen wissen.
Aber er hat auch positive Eigenschaften: Der Kerl kann echt gut malen, soweit ich das mit meinem rudimentär entwickelten Kunstverstand sagen kann. Und Samstag fand sogar eine Vernisage in den Hinterräumen eines Düsseldorfers Lokals statt. Fünfzehn seiner großflächigen Collagen wirkungsvoll auf drei Räume verteilt. Prosecco, Lachsschnittchen, im Hintergrund dezente Klavierklänge. Wie man sich einen solchen Event vorstellt.
Und dann wollte tatsächlich ein Besucher ein Bild kaufen. Da in Frankies Portemonnaie chronisch Ebbe herrscht, sollte man meinen, es würde ihn freuen. Hat ihm auch ein bißchen geschmeichelt. Konnte ich an einem leichten Hochziehen der Augenbrauen erkennen. Das Gespräch mit dem "Kunden" verlief dann so:
K: Wirklich interessant, ihre Bilder. Was soll denn dieses Werk kosten, würde gut in mein Wohnzimmer passen und gefällt mir wirklich außerordentlich gut.
F: Mhm, schön, dass sie es mögen. Ich bin mit der Ausstellung nicht besonders zufrieden.
K: Warum nicht?
F: Die Musik passt nicht zu meinen Bildern. Außerdem hängen hier nicht meine besten Bilder. Dieses hier wollte ich gar nicht ausstellen; aber der Veranstalter hat mich überredet. Ich war vollkommen uninspiriert und das spiegelt das Bild auch wieder. Meine Freundin hatte sich gerade von mir getrennt und ich war vollkommen fertig. Obwohl sie vollkommen verrückt war, aber haben nicht alle Frauen einen Schaden?
K: Äh, keine Ahnung. Aber jetzt, wo sie es sagen. Nun gut, ich schau mich noch mal um. Vielleicht finde ich ein besseres Bild.
Natürlich fand er keins. Auch die anderen Besucher nicht. Wer hätte es gedacht. Frank quengelte später rum, dass die Vernisage ein kompletter Flop gewesen sei und dass die Menschheit für seine Kunst einfach noch nicht bereit sei. Genies würden eh erst nach ihrem Tod erkannt und überhaupt... Den Rest der üblichen Plattitüdensammlung spare ich mir.
Ich ließ den ganzen unsinnigen Sermon unkommentiert. Ich dachte mir nur, dass Robert Anton Wilson mit seinem Satz "Was der Denker denkt, wird der Beweisführer beweisen", vollkommen Recht hat. Als Frank seinen Frust (wie immer) in billigem Vodka ertränken wollte, verabschiedete ich mich. Besoffen ist er noch "kritischer" und das konnte ich mir am Samstag einfach nicht mehr geben.
Da ich weiß, dass meine Leser produktivere Denkweisen pflegen, wünsche ich unbesorgt einen tollen Wochenanfang Michael
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