Samstag, Juli 12, 2014

Meine persönliche Weltmeisterschaft

Die Nationalelf holt morgen (höchstwahrscheinlich) den WM-Titel, meine Liebste baut Flöße in Nordamerika (Lake Masch liegt doch da?), und ich bin heute immerhin bestimmt 300 Meter gelaufen. Nach einer Bandscheibenoperation träume ich davon Bäume auszureißen, schaffe es aber höchstens, einen Rhododendronstrauch böse anzustarren. Ist auch schon was.

Als Höhepunkt meines Spaziergangs betrat ich den Supermarkt, um noch eine Packung Waschmittel zu holen. An der Kasse nestelte ich mein Kartenarsenal aus dem Portemonnaie. Die Kassiererin riss mir eine Karte aus der Hand und steckte sie ins Lesegerät. Nicht lesbar. Sie fluchte und steckte sie noch mal rein. Nicht lesbar. Ich wies sie dann höflich darauf hin, dass auf meiner Krankenkassenkarte kein Guthaben sei. Sie fluchte widerum.

Mein richtige EC-Karte wollte ihr Gerät auch nicht lesen. Ich bot ihr Barzahlung an. Dies lehnte sie ab, denn mittlerweile hatte sie sportlicher Ehrgeiz gepackt. Die Schlange stand mittlerweile bis zur Wursttheke. Nach dem fünften Besuch und weiteren polnischen Flüchen vermeldete das Gerät "Zahlung erfolgt".

Der ganze Supermarkt applaudierte mir frenetisch. Zum Glück haben mich die Einkaufskollegen nicht vor Freude in die Luft geschmissen. Das hätte meine weitere Genesung eventuell marginal beeinträchtigt.

Ich habe mich jedenfalls heute fast wie ein Weltmeister gefühlt. Zumindest wie ein Supermarktmeister, was eigentlich das Gleiche ist. Viel Glück für morgen, Jungs.

Montag, Juni 23, 2014

Martens kategorischer Imperativ

War gerade mit Sohn in Laatzen schwimmen. In diesem Vorort südlich von Hannover tragen selbst die Dackel schusssichere Western und Pfefferspraydosen unter dem Halsband. Im Solebad sagt ein Junge zu seinem Vater: "Ey, Alta, fick dich." Wir schauen uns nur verblüfft an. Marten: "Wie primitiv. Das geht gar nicht. Ey Alta würde ich nie zu dir sagen."

Samstag, Juni 07, 2014

Verlagsvorschau - Seit gestern hasse ich Möhren

Endlich ist sie online. Die Verlagsvorschau meines sehr lustigen Buches über den Alltagswahnsinn meines täglichen Lebens: Wie gelingt es Mann, trotzdem Fliegen zu fangen, auch wenn Sohn Max diese als Familienmitglieder sieht? Wie zaubert Mann Gerichte, die auch des Sohnes Gaumen erfreuen? Warum hilft Unfreundlichkeit beim Job im Elektromarkt gegenüber unangenehmen Kunden? Diese und viele andere Fragen beantwortet Michael Bresser in vielen kleinen humorvollen Geschichten, wie sie nur der Alltag einer Patchworkfamilie schreiben kann. Verlagsvorschau

Donnerstag, Mai 29, 2014

Aus dem Tagebuch eines Fast-Teenagers - Die Quantenphysik von Knacki-Würstchen

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Abends isst Marten bei uns immer Hertha Knackiwürstchen. Weiß der Teufel, welche süchtigmachenden Drogen in der Rezeptur stecken.

Gespräch am Nachmittag bei Oma.

Oma: Ich habe zum Abendessen noch Würstchen. Aber die mag Marten ja überhaupt nicht.
Marten schüttelt angewidert den Kopf.
Michael: Das verstehe ich jetzt nicht. Zuhause würdest du am Liebsten in Würstchen baden.
Oma starrt ihren Enkel verwundert an.

Marten: Michael, du verstehst wieder gar nichts. Omas Würstchen sind heiß, sowas esse ich nicht. Gemüse mag ich auch nur roh. Zweitens verputze ich zu Hause Knackis, das sind keine Würstchen!
Michael: Sieht aber aus wie Würstchen, riecht wie Würstchen und zur Sicherheit steht auf der Packung Würstchen.

Marten (überlegt kurz): Die Mischung ist ganz anders als bei Würstchen. Die Knackiköche haben mit dem Wasseranteil getrixt. Merkt euch eins: Ich hasse Würstchen und liebe Knackis. Ist doch logisch.

Samstag, März 01, 2014

Riverdance und Heidegger

Marten will zum Tanzen, klüngelt aber aufreizend lässig durch die Gegend.

Steffi: "Marten, jetzt zieh endlich deine Jacke an. Wir verpassen sonst die Straßenbahn."
Michael: "Hau rein, Marten. Die anderen warten nicht auf dich."

Marten: "Jetzt entspannt euch mal. Zeit ist eine Konstruktion des Gehirn. Ob ich mich früher oder später an einem bestimmten Punkt des Universums befinde, ist für den Verlauf der Welt ziemlich unerheblich."

Philosophie kann so aufregend sein.

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