Als Papa Buschmann beschloss, Sohnemann einen Posten in seinem Imperium zu verschaffen und mich auf die Straße zu setzen, nahm ich eine Beratung der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch. Kann ja nicht schaden, dachte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn.
Obwohl ich selber um die Beratung gebeten hatte, klang die Benachrichtigung mehr nach einer gerichtlichen Vorladung als einem freundlichen Beratungsgespräch. Bei Nichterscheinen würde die BA Kakerlaken in meinem Haus aussetzen, meine Freunde bespitzeln und meine Bücher als jugendgefährdend auf den Index setzen lassen. Eine gute Athmosphäre war garantiert.
Der Arbeitsberater sah mich kaum an und reagierte auf meine freundliche Begrüßung überrascht. Ach ja, guten Tag. Rudimentäre Umgangsformen menschlichen Zusammenlebens scheinen noch nicht in deutsche Amtsstuben vorgedrungen zu sein. Sein nächster Satz schockierte mich dann doch.
"Herr Bresser, es gibt in Deutschland keine Jobs und wir in Zukunft keine geben", teilte er mir prophetengleich mit.
"Warum bin ich dann hier?" fragte ich erstaunt.
"Weil sie sich bewerben müssen", antwortete er abschätzig ob dieser dummen Frage.
"Außerdem, selbst wenn sie eine Arbeit finden sollten, werden sie nie wieder so viel wie vorher verdienen."
"Nein?" fragte ich erstaunt, welche hellseherischen Gaben der Mann besaß.
"Sie sind nicht qualifiziert. Eigentlich kann ich sie auf gar keine Stelle vermitteln."
Mein Erstaunen kannte nun keine Grenzen. "Ich bin nicht qualifiziert? Ich habe eine Ausbildung als Industriekaufmann, eine Fortbildung zum Industriefachwirt, eine zum Betriebswirt und ein Fernstudium zum MBA absolviert. Ich finde, das ist eigentlich eine ganze Menge."
Er schaute mich wie einen Fünfzehnjährigen an, der noch immer an den Osterhasen glaubt.
"Sie haben aber kein richtiges Diplom, Herr Bresser. Nur das zählt. Wenn da irgendwo Diplom draufstehen würde, wäre alles viel einfacher. Was haben sie eigentlich vorher gemacht?"
Es stand zwar in meinem vor ihm liegenden Lebenslauf, aber ich wiederholte bereitwillig, dass ich kaufm. Assistent der Gschäftsleitung gewesen sei und ein Unternehmen in Eigenverantwortung geleitet hätte.
Er durchforstete seinen Computer. "Ich habe nur drei Stellen in ganz Deutschland für ihr Profil gefunden", rief er aus. Nach dem Motto: Habe ich dir es nicht gleich gesagt.
Er druckte eine Stellenangebot aus, und gab es mir. Betriebsleiter Fensterbau mit langjähriger Erfahrung in Konstruktion, Bau und Montage von Fenstern gesucht.
"Sie müssen sich da vertan haben", merkte ich an. "Ich habe zwar in meinem Leben durch Fenster durchgeschaut, gebaut habe ich aber noch eins."
"Ich habe mich nicht vertan", herrschte er mich an. "Aber sie haben doch geleitet, oder? Auch wenn die Stelle nicht zu 100% auf sie passt, eine Übereinstimmung zu 90% reicht auch. Bewerben schadet eh nicht."
Da die Stelle nun überhaupt nicht meiner Vorbildung und meinen Neigungen entsprach, schickte ich eine vorherige Bewerbung auf eine Position im Einkauf an das Unternehmen. Kurze Zeit später erhielt ich eine Absage mit dem Hinweis, dass ich viele Anfoderungen der Stelle erfüllt hätte, aber leider nicht alle. Welch Wunder.
Von meinem motivierenden Arbeitsberater habe ich bis heute nichts mehr gehört. Schade. Er wird nie wieder einen so guten Bewerber wie mich finden. Pech für ihn.
In diesem Sinne alles Liebe aus der schönsten Ecke Deutschlands
Michael
Böse Stimmen bezeichnen ihn als Mischung aus Mario Barth und Mr. Bean. Mit Recht. Homepage:www.rockdasdorf.de
Dienstag, April 12, 2005
Montag, April 11, 2005
Mein finnischer Produzent
Samstag fragte mich Prym, ob ich mit ihm zum Geburtstag einer gemeinsamen Bekannten gehen würde. Okay, sagte ich, schwang mich aufs Fahrrad, da ich 30 Jahre Louise bestimmt nicht ohne den Konsum alkoholischer Getränke überstehen würde.
Zu Louise: Sie erhielt den Beinamen Slow-Word in Anlehnung an Eric Clapton, da kaum mehr als 5 Worte pro Minute ihren Mund verlassen. Schon einmalig dieses Langsamkeitsphänomen. Ich präpheriere die Theorie, dass besonders langgewundene Synapsen in ihrem Kopf wuchern, so dass der Weg von der Wahrnehmung über die Verarbeitung bis zum Output kilometerlang ist.
Das nur am Rande, da wir uns umentschieden und lieber der Originalversion von Ring 2 beiwohnten. Dies hatte eigentlich nur einen Grund; selbst nach 14 Jahren in Deutschland spricht Mr. Aioli noch immer kein Deutsch. Immerhin ist er soweit, ein Bitte durch das Heben der rechten Augenbrauen zu artikulieren, was ihm zumindest beim Bäcker weiterhilft.
Aufwachsen in einem kleinen Kaff namens Lapeenranta oder so verdiente Aioli sen. sein Geld als Fischer. Schade nur, dass Sohnemann eine Fischallergie besaß und -phobie enetwickelte. Statt mit Vatter das Meer auf der Suche nach Heringen zu beschippern, zog sich Prym lieber in die Hinterräume des Hofes zurück und brachte sich selber Gitarre, Bass, Schlagzeug und Kasu bei. Bereits im zarten Alter von 14 war er auf den Dorfhochzeiten der Umgebung ein beliebter Alleinunterhalter.
Dieser Ruf drang bis nach Helsinki vor und so engagierte ihn das bekannte Kylappi-Label. Doch die Verkaufszahlen seiner ersten beiden Releases "Aioli plays the fisherman's blues" und "Rykausi Muutaky" trafen nicht die Erwartungen der Plattenfirma. Außerdem betrog ihn der Produzent um seine Tantiemen und setzte sich Richtung Amerika ab. Ein schwerer Schlag für Prym.
Sein Eltern drängte ihn, ins väterliche Geschäft einzusteigen, ohne Rücksicht auf seine Fischaversionen. Ihm blieb keine Wahl. Er mußte Finnland verlassen, um auf dem europäischen Festland sein Glück zu versuchen.
Eine Anzeige in einer Helsinkier Tageszeitung brachte ihm die zweifelhafte Erleuchtung: Warner Brohthers in Feldhausen sucht Mitarbeiter für den Filmpark. Was kann man von einem Jungen aus der Einöde anderes erwarten? Prym glaubte, es handele sich um eine Produktionsstätte der weltberühmten WB-Studios.
Er packte seinen Rucksack, verabschiedete sich von seiner Familie, schulterte die Gitarre und ab gings Richtung Ruhrgebiet.Eine Wohnung war schnell gefunden. Eine sozial engagierte Familie in Gladbeck nahm sich des jungen Finnen an. Nach einiger Zeit klappte auch die Kommunikation zwischen ihnen; sprach Prym doch nur Englisch, Esperanto (!), und den schwer verständlichen ostfinnischen Dialekt.
Dies war auch ein Manko einer steilen Karriere bei Warner Brother. Er solle sich erstmal hochdienen, wurde im Vorstellungsgespräch vollmundig verkündet. Allerdings ist er bis heute über die Position des Fahrers nicht herausgekommen. Immerhin durfte er Showgrößen wie Stefan Raab, Christian Möhlmann (Big-Brother-Nominator) oder Ross von BroSis über das Parkgelände kutschieren.
Dort lernte ich ihn auch kennen. Nach einer Lesung fuhr er mich zum Parkeingang. Aus dem Radio kamen wehmütige Klänge von solch potenzierter Tristesse, wie ich sie noch nie gehört hatte. Ich fragte ihn, was das für Musik sei. Es stellte sich heraus, dass es ein Stück seiner zweiten Platte war, in der er die Leiden seines Volkes vertont hatte. Nun fragt sich ein jeder, was hatten die Finnen zu leiden? Familie Aioli waren Finnen jüdisch-palästinensischer Herkunft. Wenn das mal kein schlechtes Karma ist. Jedenfalls zeigte ich mich an seinem musikalischen Oevre mehr als interessiert und wurde zu Probeaufnahmen eingeladen.
Denn mittlerweile hatte sich Prym auf dem Gladbecker Bauernhof ein Tonstudio namens Desert Beach eingerichtet. Als ich diesen weihevollen Ort das erste Mal betrat, traute ich meinen Augen nicht: Bestimmt an die 20 Orrfsche Instrumente, Holz- und Blechbläser, elektronischer Krams waren auf zehn Quadratmetern versammelt. Dieses wirklich schlechte Feng-Shui vermittelte mir sofort die Tragweite des finnischen Blues.
Dies spiegelt auch unsere erste gemeinsame Produktion "Chris Bresser - Crying souls in wicked hotels" wieder. Leider floppte unsere zweite an Madonna angelehnte Scheibe, ist schon von Nachteil, wenn kein beteiligter Musiker die Songs mag. Dennoch sind auch auf dieser Scheibe Perlen des Musikgeschichte zu entdecken wie unser Fan Janusch Glycklich aus dem polnischen Knast schrieb. Mittlerweile ist unsere dritte Scheibe so gut wie fertig. Prym spricht immer noch vorzugsweise Eperanto und bläst zum Mittagessen seine Pekingente mit der Luftpumpe auf. Statt Deutsch zu lernen, studiert er Japanisch für Diplomaten an der Finnischen Botschaft in Düsseldorf, aber bei dem Kerl wundert mich gar nichts mehr.
Für Leute, die unseren ersten Silberling noch nicht kenne, hier die Rezension im Ox:
CHRIS BRESSER & THE ICETHUGS - Crying souls in wicked hotels CD-R
(Prym Aioli, Hof hinter dem Laden an der krummen Straße 8, 45966 Gladbeck)
Die Story hinter dieser CD ist mindestens genauso verrückt wie das, was einem da aus den Boxen entgegendröhnt. Ein gewisser D. Aido, finnischer Landsmann, kommt nach Deutschland um in einem Vergnügungspark zu arbeiteten. Dort trifft er, wie es Gevatter Zufall es so will, den Ex-Sänger der US-Punk-Band RAZOR SMASHERS, beide merken, dass sie doch recht gut zusammenpassen und beschließen spontan ein Album ausschließlich mit CHRIS ISAAK Cover-Versionen aufzunehmen!!! Ihre Musik nennen sie selber "Deconstructional Punk-Rock", völlig abgespaced und deftig mit SUICIDE verseucht, würde ich das nennen! Da ist kein Ton unverzerrt, nur die richtig fiesen Sythie-Sounds werden verbraten und kein Feedback wird ausgelassen.
Zusammengehalten wird dieser Wahnsinn von einer stotternden und stolpernden Beat-Box aus dem Horror-Labor von ALIEN SEX FIEND. Hätte echt nicht gedacht, dass es jemand wirklich schafft so kaputt, absoult Retro-80ties und gleichzeitig aufregend neu zu klingen.
Großartig! Ich schlag gleich ´n Purzelbaum vor Glück!
© by OX-FANZINE [41] und Casi
Zu Louise: Sie erhielt den Beinamen Slow-Word in Anlehnung an Eric Clapton, da kaum mehr als 5 Worte pro Minute ihren Mund verlassen. Schon einmalig dieses Langsamkeitsphänomen. Ich präpheriere die Theorie, dass besonders langgewundene Synapsen in ihrem Kopf wuchern, so dass der Weg von der Wahrnehmung über die Verarbeitung bis zum Output kilometerlang ist.
Das nur am Rande, da wir uns umentschieden und lieber der Originalversion von Ring 2 beiwohnten. Dies hatte eigentlich nur einen Grund; selbst nach 14 Jahren in Deutschland spricht Mr. Aioli noch immer kein Deutsch. Immerhin ist er soweit, ein Bitte durch das Heben der rechten Augenbrauen zu artikulieren, was ihm zumindest beim Bäcker weiterhilft.
Aufwachsen in einem kleinen Kaff namens Lapeenranta oder so verdiente Aioli sen. sein Geld als Fischer. Schade nur, dass Sohnemann eine Fischallergie besaß und -phobie enetwickelte. Statt mit Vatter das Meer auf der Suche nach Heringen zu beschippern, zog sich Prym lieber in die Hinterräume des Hofes zurück und brachte sich selber Gitarre, Bass, Schlagzeug und Kasu bei. Bereits im zarten Alter von 14 war er auf den Dorfhochzeiten der Umgebung ein beliebter Alleinunterhalter.
Dieser Ruf drang bis nach Helsinki vor und so engagierte ihn das bekannte Kylappi-Label. Doch die Verkaufszahlen seiner ersten beiden Releases "Aioli plays the fisherman's blues" und "Rykausi Muutaky" trafen nicht die Erwartungen der Plattenfirma. Außerdem betrog ihn der Produzent um seine Tantiemen und setzte sich Richtung Amerika ab. Ein schwerer Schlag für Prym.
Sein Eltern drängte ihn, ins väterliche Geschäft einzusteigen, ohne Rücksicht auf seine Fischaversionen. Ihm blieb keine Wahl. Er mußte Finnland verlassen, um auf dem europäischen Festland sein Glück zu versuchen.
Eine Anzeige in einer Helsinkier Tageszeitung brachte ihm die zweifelhafte Erleuchtung: Warner Brohthers in Feldhausen sucht Mitarbeiter für den Filmpark. Was kann man von einem Jungen aus der Einöde anderes erwarten? Prym glaubte, es handele sich um eine Produktionsstätte der weltberühmten WB-Studios.
Er packte seinen Rucksack, verabschiedete sich von seiner Familie, schulterte die Gitarre und ab gings Richtung Ruhrgebiet.Eine Wohnung war schnell gefunden. Eine sozial engagierte Familie in Gladbeck nahm sich des jungen Finnen an. Nach einiger Zeit klappte auch die Kommunikation zwischen ihnen; sprach Prym doch nur Englisch, Esperanto (!), und den schwer verständlichen ostfinnischen Dialekt.
Dies war auch ein Manko einer steilen Karriere bei Warner Brother. Er solle sich erstmal hochdienen, wurde im Vorstellungsgespräch vollmundig verkündet. Allerdings ist er bis heute über die Position des Fahrers nicht herausgekommen. Immerhin durfte er Showgrößen wie Stefan Raab, Christian Möhlmann (Big-Brother-Nominator) oder Ross von BroSis über das Parkgelände kutschieren.
Dort lernte ich ihn auch kennen. Nach einer Lesung fuhr er mich zum Parkeingang. Aus dem Radio kamen wehmütige Klänge von solch potenzierter Tristesse, wie ich sie noch nie gehört hatte. Ich fragte ihn, was das für Musik sei. Es stellte sich heraus, dass es ein Stück seiner zweiten Platte war, in der er die Leiden seines Volkes vertont hatte. Nun fragt sich ein jeder, was hatten die Finnen zu leiden? Familie Aioli waren Finnen jüdisch-palästinensischer Herkunft. Wenn das mal kein schlechtes Karma ist. Jedenfalls zeigte ich mich an seinem musikalischen Oevre mehr als interessiert und wurde zu Probeaufnahmen eingeladen.
Denn mittlerweile hatte sich Prym auf dem Gladbecker Bauernhof ein Tonstudio namens Desert Beach eingerichtet. Als ich diesen weihevollen Ort das erste Mal betrat, traute ich meinen Augen nicht: Bestimmt an die 20 Orrfsche Instrumente, Holz- und Blechbläser, elektronischer Krams waren auf zehn Quadratmetern versammelt. Dieses wirklich schlechte Feng-Shui vermittelte mir sofort die Tragweite des finnischen Blues.
Dies spiegelt auch unsere erste gemeinsame Produktion "Chris Bresser - Crying souls in wicked hotels" wieder. Leider floppte unsere zweite an Madonna angelehnte Scheibe, ist schon von Nachteil, wenn kein beteiligter Musiker die Songs mag. Dennoch sind auch auf dieser Scheibe Perlen des Musikgeschichte zu entdecken wie unser Fan Janusch Glycklich aus dem polnischen Knast schrieb. Mittlerweile ist unsere dritte Scheibe so gut wie fertig. Prym spricht immer noch vorzugsweise Eperanto und bläst zum Mittagessen seine Pekingente mit der Luftpumpe auf. Statt Deutsch zu lernen, studiert er Japanisch für Diplomaten an der Finnischen Botschaft in Düsseldorf, aber bei dem Kerl wundert mich gar nichts mehr.
Für Leute, die unseren ersten Silberling noch nicht kenne, hier die Rezension im Ox:
CHRIS BRESSER & THE ICETHUGS - Crying souls in wicked hotels CD-R
(Prym Aioli, Hof hinter dem Laden an der krummen Straße 8, 45966 Gladbeck)
Die Story hinter dieser CD ist mindestens genauso verrückt wie das, was einem da aus den Boxen entgegendröhnt. Ein gewisser D. Aido, finnischer Landsmann, kommt nach Deutschland um in einem Vergnügungspark zu arbeiteten. Dort trifft er, wie es Gevatter Zufall es so will, den Ex-Sänger der US-Punk-Band RAZOR SMASHERS, beide merken, dass sie doch recht gut zusammenpassen und beschließen spontan ein Album ausschließlich mit CHRIS ISAAK Cover-Versionen aufzunehmen!!! Ihre Musik nennen sie selber "Deconstructional Punk-Rock", völlig abgespaced und deftig mit SUICIDE verseucht, würde ich das nennen! Da ist kein Ton unverzerrt, nur die richtig fiesen Sythie-Sounds werden verbraten und kein Feedback wird ausgelassen.
Zusammengehalten wird dieser Wahnsinn von einer stotternden und stolpernden Beat-Box aus dem Horror-Labor von ALIEN SEX FIEND. Hätte echt nicht gedacht, dass es jemand wirklich schafft so kaputt, absoult Retro-80ties und gleichzeitig aufregend neu zu klingen.
Großartig! Ich schlag gleich ´n Purzelbaum vor Glück!
© by OX-FANZINE [41] und Casi
Sonntag, April 10, 2005
Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?
Manche Leuten bilden sich in allen möglichen Kampfsportarten, um durch bloße Erwähnung des Namens Angst und Ensetzen auszulösen. In der Praxis würe Karate, Aikido oder Kick-Boxen gegen staatlich ausgebildete Bösewichte natürlich nicht funktionieren. Mein Aikido-Meister meinte: Wenn ihr angegriffen werden, hilft nur rennen. Die Ausbildung dient viel mehr geistiger und körperlicher Flexibilitätsschulung. Aha.
Ich brauche diesen Kram eh nicht. Wenn ich in den Spiegel blicke, erfreut mich immer eine buddhaähnliche Gestalt, die alle Liebe dieser Welt ausstrahlt. Gott sei dank sehen das nicht alle Menschen so, und so dienen irgendwelche mir bisher entgangenen Schatten in meiner Aura defensiven Zwecken.
Freitag war ich im Kino. Nebenan liegt das allgemein bekannte Holladiewaldfeelokal Apfelbaum. Halligalli bis zum Abwinken und für Menschen eines IQs von über 100 vollkommen uninteressant. Erstaunlich finde ich die Tatsache, dass viele Jugendliche gar nicht das Lokal betreten, sondern einfach nur im Auto auf dem Parkplatz vor dem Lokal sitzen. Was soll das denn?
Ich lief jedenfalls zielstrebig wie Brad Pitt in Ocean 12 zum Voodoomobil und bemerkte im Augenwinkel, dass zwei Mädels ihren Freitagabend produktiv im Auto neben mir verbrachten. Kurz vor meinem Wagen hörte ich, wie die Zentralverriegelung ihes Autos betätigt wurde. Ein Blick nach rechts zeigte, dass sie voller Panik auf meinen nächsten Schritt warteten. Ich überlegte ernsthaft, an ihre Scheibe zu klopfen und böses "Huhu" oder so zu brüllen. War mir dann aber doch zu blöd.
Ich lachte laut auf und öffnete meine Autotür. Als sie sahen, dass ich nur in mein Auto wollte, konnten sie sich auch vor Lachen nicht mehr einkriegen. Vielleicht sieht man mir den Ninjakämpfer doch an?
Schönen Sonntag und ich weiß, wo ihr alle seid Michael
Ich brauche diesen Kram eh nicht. Wenn ich in den Spiegel blicke, erfreut mich immer eine buddhaähnliche Gestalt, die alle Liebe dieser Welt ausstrahlt. Gott sei dank sehen das nicht alle Menschen so, und so dienen irgendwelche mir bisher entgangenen Schatten in meiner Aura defensiven Zwecken.
Freitag war ich im Kino. Nebenan liegt das allgemein bekannte Holladiewaldfeelokal Apfelbaum. Halligalli bis zum Abwinken und für Menschen eines IQs von über 100 vollkommen uninteressant. Erstaunlich finde ich die Tatsache, dass viele Jugendliche gar nicht das Lokal betreten, sondern einfach nur im Auto auf dem Parkplatz vor dem Lokal sitzen. Was soll das denn?
Ich lief jedenfalls zielstrebig wie Brad Pitt in Ocean 12 zum Voodoomobil und bemerkte im Augenwinkel, dass zwei Mädels ihren Freitagabend produktiv im Auto neben mir verbrachten. Kurz vor meinem Wagen hörte ich, wie die Zentralverriegelung ihes Autos betätigt wurde. Ein Blick nach rechts zeigte, dass sie voller Panik auf meinen nächsten Schritt warteten. Ich überlegte ernsthaft, an ihre Scheibe zu klopfen und böses "Huhu" oder so zu brüllen. War mir dann aber doch zu blöd.
Ich lachte laut auf und öffnete meine Autotür. Als sie sahen, dass ich nur in mein Auto wollte, konnten sie sich auch vor Lachen nicht mehr einkriegen. Vielleicht sieht man mir den Ninjakämpfer doch an?
Schönen Sonntag und ich weiß, wo ihr alle seid Michael
Donnerstag, April 07, 2005
Michael Idle & Little Sisters Online
Black Publications and ÞRYM AÏOLI Productions proudly present the one and only Mick Idol page providing you with all background material you need to live a happy life.
Join the club and enjoy.
Warm regards from southern california yours Micky and from the heart of Marrakesh Prym
Join the club and enjoy.
Warm regards from southern california yours Micky and from the heart of Marrakesh Prym
Von der Theke auf den Friedhof?
Gestern wollten Martin und ich Champions-League auf Premiere sehen. Also mussten wir uns ein entsprechendes Lokal aussuchen. Wie manche wissen, ist die Auswahl in Gladbeck da nicht groß. Die Trash-Band Violent Force sang schon Anfang der 80er "Gladbeck is dead city". Tagsüber Venedig des Ruhrgebiets, abends ein Friedhof.
Die größte Chance auf einen entspannten Fussballabend sah ich bei einer Kneipe namens Haus Hoff. Dort sitzen seit Jahrzehnten die selben Senioren und werden irgendwann mal im Sarg aus der Kneipe getragen. Schnell noch einen Korn in die Kist gekippt als Tribut für den Fährmann, und ab geht die Reise in die nächste Dimension.
Martin wollte sich erkundigen, ob dort am gestrigen Tag Fußball lief. Dies erwies sich schwieriger als gedacht. Kein Eintrag in den gelben Seiten, keine Homepage im Internet unter wwww.hoff-erlebnisgastronomie.de, kein Flugzeug am Himmel, dass die Telefonnummer in roten Rosen vom Himmel regnen ließ.
Clever wie er ist, suchte Martin die Numnmern der zwei vorhandenen Gladbecker HOffs aus dem Telefonbuch und versuchte sein Glück.
"Anna Hoff Beerdigungsinstitut." Klasse, da wurde gleich eine horizontale Diversifikation geschaffen, wenn ich mich recht an den Berufsschulstoff erinnere. Wirklich raus aus der Kneipe, rein in die Kiste? Nein, die hatten nix mit dem Lokal zu tun. "Ich ruf in fünfzig Jahren noch mal an", verabschiedete sich Martin.
Aber die nächste Nummer erwies sich als eine lohnende Informationsquelle. Die Kneipe sei verpachtet und es wurden gleich zwei Handynummern weitergereicht, die vom Drago und der Geli. Ja, extra für uns würde der Fernseher angestellt. Geil, was? Da fühlt man sich als Premiumkunde in einem Low-Budget-Lokal.
Haus Hoff war auch wirklich so, wie ich es aus grauen Jugendzeiten in Erinnerung hatte. Vier Rentner am Tresen, deren Gesprächsniveau und Verständlichkeit sich umgekehrt proportional zum steigenden Alkoholikakonsum verringerte. Seltsames Phänomen.
Außerdem beehrten noch zwei Männer um die vierzig, Gladbecker Yuppies, falls es so was gibt, die Lokalität. Der Glatzkopf erklärte der Bedienung, dass er nur mit Frauen ins Bett geht, die er sympathisch findet. Wie sie es halten würde? Ich fand es gut, dass so grundlegende Standpunkte erörtert werden. Habe aber leider nicht verstanden, was sie geantwortet hat.
Das Anschalten des Fernsehers erwies sich dann als schwierigeres Unterfangen als erwartet. Wer denkt, das kann doch jeder, hat sich gründlich geirrt. Denn die Bedienung war erst kurz da und wußte nicht so genau, wie man das macht. War aber wirklich nicht so einfach. Sie fragte, ob wir die Geli kennen würden. Martin sagte dann auf gut Glück, dass sei doch die Blonde. War richtig. Hey, und das ohne Joker. Jedenfalls führten die beiden ein längeres Telefonat und nach zwanzig Minuten, Chelsea führte bereits 1-0, lief der doppelgeschaltete rückwärtsgekoppelte analfixierte Fernseher.
Ach, Bayern kriegte leider die Hüte vollgeschossen. Sah beim Stande von 4-1 ziemlich hoffnungslos aus. Allerdings bekamen sie noch in der letzten Minute einen Elfer zugesprochen. 4-2 ist noch okay. Also: Nie die Hoffnung aufgeben als Quintessenz für Fußballlegastheniker.
Und als wir dachten, die Zaüfhähne würden zugedreht, die volkstümlichen Melodien abgestellt und die Rolläden geschlossen, kam Mario. Ein Kerl wie ein Bär mit lispelnder Stimme, der mitten in der Nacht Networking betrieb. Beneidenswert.
Er ging auf jeden zu, gab dem jeweiligen die Hand und sprach "Ich bin der Mario, wer bist du?". So unkompliziert kann es sein, neue Leute kennenzulernen. Innerhalb von drei Minuten kannte ich seinen kompletten Lebenslauf; auch selten dass man jemanden mal eben kurz in der Kneipe kennenlernt und seine ganze Geschichte kennt. "Ich komme ursprünglich aus Halle an der Saale, bin nach Borken gezogen, hab dort vier Jahre auf dem Bau geackert, oft schwarz", grinste er verschmitzt "und bin jetzt in Gladbeck. Leider ist mein Vertrag auf dem Friedhof ausgelaufen." Friedhof war irgendwie das Wort des Abends. Was ich denn machen würde. Schritsteller. Nee, das wäre nicht so sein Metier. Er käme gerade aus der Pizzeria in Rentfort, hier wäre er nur zweimal im Monat. Was wir denn trinken wollten?
An diesem Punkt drohte die Kneipenbekanntschaft in eine lebenslange Freundschaft zu mutieren. Gefährlich. Ich muss unbedingt mal die Geschichte von dem Belgrader Diskothekenbesitzer erzählen. Gefährlich.
So verabschiedeten wir uns, und Mario konnte sich ein, zwei Tränen nicht verkneifen. Jetzt hätte er nach zwei Jahren in Gladbeck endlich neue Freunde gefunden und schon müssten wir weg. PP, so ist das manchmal im Leben.
Jedenfalls sind Oppakneipen für mich eine nieversiegende Quelle der Inspiration und Erheiterung. Man muss nur sehen, dass man den Absprung schafft. Sonst gehört man irgendwann zum Inventar, und dann ist Schluss mit lustig.
In diesem Sinne alles Liebe und einen warmen Donnerstag Michael
Die größte Chance auf einen entspannten Fussballabend sah ich bei einer Kneipe namens Haus Hoff. Dort sitzen seit Jahrzehnten die selben Senioren und werden irgendwann mal im Sarg aus der Kneipe getragen. Schnell noch einen Korn in die Kist gekippt als Tribut für den Fährmann, und ab geht die Reise in die nächste Dimension.
Martin wollte sich erkundigen, ob dort am gestrigen Tag Fußball lief. Dies erwies sich schwieriger als gedacht. Kein Eintrag in den gelben Seiten, keine Homepage im Internet unter wwww.hoff-erlebnisgastronomie.de, kein Flugzeug am Himmel, dass die Telefonnummer in roten Rosen vom Himmel regnen ließ.
Clever wie er ist, suchte Martin die Numnmern der zwei vorhandenen Gladbecker HOffs aus dem Telefonbuch und versuchte sein Glück.
"Anna Hoff Beerdigungsinstitut." Klasse, da wurde gleich eine horizontale Diversifikation geschaffen, wenn ich mich recht an den Berufsschulstoff erinnere. Wirklich raus aus der Kneipe, rein in die Kiste? Nein, die hatten nix mit dem Lokal zu tun. "Ich ruf in fünfzig Jahren noch mal an", verabschiedete sich Martin.
Aber die nächste Nummer erwies sich als eine lohnende Informationsquelle. Die Kneipe sei verpachtet und es wurden gleich zwei Handynummern weitergereicht, die vom Drago und der Geli. Ja, extra für uns würde der Fernseher angestellt. Geil, was? Da fühlt man sich als Premiumkunde in einem Low-Budget-Lokal.
Haus Hoff war auch wirklich so, wie ich es aus grauen Jugendzeiten in Erinnerung hatte. Vier Rentner am Tresen, deren Gesprächsniveau und Verständlichkeit sich umgekehrt proportional zum steigenden Alkoholikakonsum verringerte. Seltsames Phänomen.
Außerdem beehrten noch zwei Männer um die vierzig, Gladbecker Yuppies, falls es so was gibt, die Lokalität. Der Glatzkopf erklärte der Bedienung, dass er nur mit Frauen ins Bett geht, die er sympathisch findet. Wie sie es halten würde? Ich fand es gut, dass so grundlegende Standpunkte erörtert werden. Habe aber leider nicht verstanden, was sie geantwortet hat.
Das Anschalten des Fernsehers erwies sich dann als schwierigeres Unterfangen als erwartet. Wer denkt, das kann doch jeder, hat sich gründlich geirrt. Denn die Bedienung war erst kurz da und wußte nicht so genau, wie man das macht. War aber wirklich nicht so einfach. Sie fragte, ob wir die Geli kennen würden. Martin sagte dann auf gut Glück, dass sei doch die Blonde. War richtig. Hey, und das ohne Joker. Jedenfalls führten die beiden ein längeres Telefonat und nach zwanzig Minuten, Chelsea führte bereits 1-0, lief der doppelgeschaltete rückwärtsgekoppelte analfixierte Fernseher.
Ach, Bayern kriegte leider die Hüte vollgeschossen. Sah beim Stande von 4-1 ziemlich hoffnungslos aus. Allerdings bekamen sie noch in der letzten Minute einen Elfer zugesprochen. 4-2 ist noch okay. Also: Nie die Hoffnung aufgeben als Quintessenz für Fußballlegastheniker.
Und als wir dachten, die Zaüfhähne würden zugedreht, die volkstümlichen Melodien abgestellt und die Rolläden geschlossen, kam Mario. Ein Kerl wie ein Bär mit lispelnder Stimme, der mitten in der Nacht Networking betrieb. Beneidenswert.
Er ging auf jeden zu, gab dem jeweiligen die Hand und sprach "Ich bin der Mario, wer bist du?". So unkompliziert kann es sein, neue Leute kennenzulernen. Innerhalb von drei Minuten kannte ich seinen kompletten Lebenslauf; auch selten dass man jemanden mal eben kurz in der Kneipe kennenlernt und seine ganze Geschichte kennt. "Ich komme ursprünglich aus Halle an der Saale, bin nach Borken gezogen, hab dort vier Jahre auf dem Bau geackert, oft schwarz", grinste er verschmitzt "und bin jetzt in Gladbeck. Leider ist mein Vertrag auf dem Friedhof ausgelaufen." Friedhof war irgendwie das Wort des Abends. Was ich denn machen würde. Schritsteller. Nee, das wäre nicht so sein Metier. Er käme gerade aus der Pizzeria in Rentfort, hier wäre er nur zweimal im Monat. Was wir denn trinken wollten?
An diesem Punkt drohte die Kneipenbekanntschaft in eine lebenslange Freundschaft zu mutieren. Gefährlich. Ich muss unbedingt mal die Geschichte von dem Belgrader Diskothekenbesitzer erzählen. Gefährlich.
So verabschiedeten wir uns, und Mario konnte sich ein, zwei Tränen nicht verkneifen. Jetzt hätte er nach zwei Jahren in Gladbeck endlich neue Freunde gefunden und schon müssten wir weg. PP, so ist das manchmal im Leben.
Jedenfalls sind Oppakneipen für mich eine nieversiegende Quelle der Inspiration und Erheiterung. Man muss nur sehen, dass man den Absprung schafft. Sonst gehört man irgendwann zum Inventar, und dann ist Schluss mit lustig.
In diesem Sinne alles Liebe und einen warmen Donnerstag Michael
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